Die Rahmung
Willkommensklasse
- Klasse
- Klasse 1-3 (jahrgangsgemischt)
- Alter
- 6-9 Jahre
- Projekttage
- Mi 20.05. + Do 21.05., je 2. Doppelstunde (10:20-11:40)
- Tag 1 Der Fuchs ruft Nein
So lief die Stunde durch den Klassenraum
Drei Stationen — von der Sitzecke am Teppich bis an die Gruppentische.
- 1 Station 1
Beginn der Stunde im Sitzkreis
- 2 Station 2
Vorlesegespräch im Sitzkreis vor der Tafel, um einen Teppich herum
- 3 Station 3
Gestaltungsaufgabe an Gruppentischen, die im Raum verteilt sind
Der Fuchs ruft Nein
Ein mehrsprachiges Bilderbuch, in dem das Wort "Nein" in vielen Sprachen erklingt.
Der Fuchs ruft Nein
von Silvia Hüsler
Ein mehrsprachiges Bilderbuch, in dem das Wort "Nein" in vielen Sprachen erklingt.
Vorlesegespräch mit Kamishibai
- Das Cover des Buches mit abgeklebtem Titel wird gezeigt.
- Die Kinder sollen raten, wie der Titel heißen könnte.
- Vorlesegespräch zum Buch im Sitzkreis, unterstützt durch ein Kamishibai (Bilderbuchkino).
- Die Buchseiten werden vorgelesen, dabei wird die jeweilige Seite im Kamishibai gezeigt.
- Zu jeder Seite gibt es Gesprächsimpulse - sowohl zu den Sprachen als auch zu den Figuren und der Geschichte.
Eigene Buchseite gestalten
- Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht: eine Gestaltungsaufgabe zum Buch.
- Die Kinder entwerfen und gestalten in Partnerarbeit eine eigene Buchseite im Stil des Buches.
- A3-Blätter werden mit Wasserfarben blau angemalt, um den Hintergrund darzustellen.
- Auf weißen A4-Blättern werden die Figuren der Szene gezeichnet, ausgeschnitten und aufgeklebt.
- Die Kinder können sich an einer Buchseite orientieren, die an der Tafel gezeigt wird.
- Kärtchen zeigen das Wort "Nein" in verschiedenen Sprachen.
- Anschließend Präsentation der Ergebnisse im Sitzkreis - alle Bilder liegen aus, jeder erzählt zu seiner Buchseite.
Was passiert ist
Die Kinder waren sofort dabei - beim Raten, beim Sprechen, beim Gestalten.
Die Kinder raten den Titel
Cover mit abgeklebtem Titel - so könnte das Buch heißen:
Reaktionen auf die Sprachen
Interessierte Unruhe beim Vorlesegespräch.
Die Kinder warten nicht darauf, angesprochen zu werden - sie raten von selbst die Sprachen und probieren, die Wörter auszusprechen.
„No ist doch Englisch!"
„Das sind mehr Sprachen."
„Ich kann diese Schrift nicht lesen."
„Vielleicht ist das Koreanisch. - Was für Koreanisch?!"
„Außerirdisch."
Bei der Präsentation
Erfolge & Herausforderungen
Die Kinder zeigten großes Interesse an den unterschiedlichen Sprachen.
Für die Gestaltungsaufgabe und die Präsentation der Ergebnisse stand zu wenig Zeit zur Verfügung.
Die Beteiligung war bei beiden Aufgaben sehr groß.
Da die Sprachen so sehr im Vordergrund standen, war die Geschichte für die Kinder eher uninteressant (das Potenzial für literarisches Lernen war gering).
Die Kinder haben engagiert und mit Freude gearbeitet.
Das Ende der Geschichte war sehr antiklimaktisch und hat die Kinder enttäuscht - das ermöglichte keinen runden Abschluss der Einheit.
Die Kinder waren sehr stolz auf ihre Produkte aus der Gestaltungsaufgabe.
Die Lehrkraft der Klasse hatte einen starken Fokus auf literarischen Inhalten: Die Kinder sollten zürst alle Figuren aufs Blatt bringen und nur mehrsprachig schreiben, wenn noch Zeit ist.
Das Kamishibai hat das Vorlesegespräch gut gestützt und war eine sinnvolle Ergänzung.
Das große Interesse der Kinder spiegelt sich daher leider nicht in den Ergebnissen wider.
Die Kinder waren bei jeder neuen Seite des Buches gespannt auf die neuen Sprachen.
Reflexion
Die Kinder haben großes Interesse gegenüber den Sprachen gezeigt.
Mehr Zeit für handlungs- und produktionsorientierten Unterricht einplanen.
Insgesamt gab es wenige Unterrichtsstörungen.
Mehr Zeit für die Präsentation der Ergebnisse ermöglichen.
Die Mehrheit der Kinder hat sich aktiv am Vorlesegespräch und an der Gestaltungsaufgabe beteiligt.
Mehr Zeit geben, damit sich die Kinder mit den Sprachen ihrer Wahl auseinandersetzen können.
Die Partnerarbeit während der Gestaltungsaufgabe hat den kreativen Prozess gut unterstützt und angeregt.
Digitale Übersetzungstools nutzen, um weitere (von den Kindern gewünschte) Sprachen zugänglich zu machen.
Impulsfragen
Zum Mitdenken & Diskutieren:
Könntet ihr euch vorstellen, die Bücher in eurem Unterricht einzusetzen? Wie würdet ihr sie einsetzen?
Welche Potenziale seht ihr in den Büchern? Wo gibt es Grenzen?
Welche Bedeutung hat nonverbale Kommunikation für das Verständnis der Kinder?
Habt ihr ähnliche Erfahrungen in euren Klassen gemacht?
Was ist eurer Meinung nach der Sinn einer Willkommensklasse?
Die Rahmung
Willkommensklasse
- Klasse
- Willkommensklasse
- Alter
- 7-9 Jahre
- Projekttage
- Di 19.05. + Do 21.05. + Fr 22.05., je 2 Stunden
- Tag 1 Die Reise
So lief die Stunde durch den Klassenraum
Drei Stationen — von der Sitzecke am Teppich bis an die Gruppentische.
- 1 Station 1
Beginn der Stunde im Sitzkreis
- 2 Station 2
Dialogische Bildbetrachtung im Sitzkreis - Bilder beschreiben, Figuren und Handlung benennen
- 3 Station 3
Cover gestalten, Rollenspiel und Fantasiewelt an einem Gruppentisch
Die Reise
Ein wortloses Bilderbuch - die Geschichte entsteht allein aus den Bildern.
Die Reise
von Aaron Becker
Ein wortloses Bilderbuch - die Geschichte entsteht allein aus den Bildern.
Eigenes Cover gestalten
- Die Kinder betrachten das verdeckte Cover des Bilderbuchs - sichtbar ist zunächst nur der Titel.
- Sie überlegen, wie das Coverbild passend zum Titel "Die Reise" aussehen könnte.
- Jedes Kind gestaltet seine eigene Vorstellung des Covers auf einem weißen Blatt.
- Der Titel kann zusätzlich in verschiedenen Sprachen über das Bild geschrieben werden.
- Ziel: die Fantasie der Kinder anregen und die sprachliche Vielfalt der Lerngruppe sichtbar machen und wertschätzen.
Rollenspiel zu den Bildern
- Dialogische Bildbetrachtung im Sitzkreis: Bilder beschreiben, Figuren und Handlung benennen, mit eigenen Erfahrungen und Emotionen verknüpfen.
- Eine zentrale Bildseite mit 3 Szenen wird für ein Rollenspiel in Partnerarbeit genutzt.
- Die Kinder spielen die Szenen nach (Rollenübernahme und -wechsel) und nutzen Mimik, Gestik und Körperbewegung.
- Sie dürfen ihre Herkunftssprachen einbeziehen, um sich abzustimmen oder Rollen auszuhandeln.
- Anschließend präsentieren die Kinder ihre Szenen.
- Explizite Aufgabenstellung: "Spielt die Szenen als Rollenspiel nach. Es kann pantomimisch, auf einer Sprache oder auch mehreren Sprachen sein."
Meine magische Tür
- Die Kinder überlegen, was passiert, wenn sie ihre eigene magische Tür öffnen: Wohin führt die Reise, was sehen sie dort und wie sieht ihre Welt aus?
- Jedes Kind malt zürst seine Tür und anschließend die eigene Fantasiewelt mit mehreren Orten oder Dingen, die es auf der Reise entdeckt.
- Zu einzelnen gemalten Dingen schreiben die Kinder ein Wort oder kurze Sätze in einer beliebigen Sprache - sie dürfen eine oder mehrere (Herkunfts-)Sprachen nutzen.
- Die eigenen Sprachen werden so selbst zum Teil der Reise, wodurch die sprachliche Vielfalt der Lerngruppe sichtbar und wertgeschätzt wird.
- Es gibt bewusst kein Richtig oder Falsch - alles, was sich die Kinder vorstellen können, ist erlaubt.
- Am Ende der Stunde werden alle Bilder aufgehängt und gemeinsam betrachtet; wer möchte, stellt sein Bild im Plenum vor und erzählt, wohin die Reise geht.
- Explizite Aufgabenstellung: "Malt zürst eure Tür und dann eure eigene Fantasiewelt dahinter. Schreibt zu ein paar Dingen ein Wort oder kurze Sätze auf einer oder mehreren Sprachen."
Erfolge & Herausforderungen
Hohe Lernbereitschaft: Offenheit und Neugier gegenüber den Aufgaben; die Inhalte und Methoden waren motivierend und niedrigschwellig.
Die Impulsivität und hohe Bewegungsenergie einzelner Kinder war teilweise schwer zu bremsen.
Hohe Aktivierung durch Bewegung, Sprache und Rollenwechsel (Zeichnen, Cover gestalten, Rollenspiel).
Stellenweise Grenzüberschreitungen im Spiel (Anfassen, zu nahes körperliches Spiel, Drängen) - schwer einzuschätzen, da uns die Regeln des üblichen Unterrichts nicht vertraut sind.
Spontane Sprachproduktion - die Kinder äußern sich ohne Aufforderung.
Der Wechsel zwischen den Phasen war schwierig (Bewegung -> Sitzkreis -> ruhiges Zuhören); die Phasen gelingen nicht gleichwertig stabil.
Mehrsprachigkeit wird genutzt: Kinder greifen auf ihre Herkunftssprachen zurück, um sich zu verständigen, Rollen auszuhandeln oder nachzufragen.
Dominanz einzelner Kinder im Rollenspiel: einige übernahmen stark die Führung und Strukturierung.
Ganzheitliches Lernen: Sprache, Bewegung, Emotion, Spiel und Kreativität - nicht nur Deutsch steht im Vordergrund (wie sonst oft in Willkommensklassen).
Die unterschiedlichen Sprachkenntnisse sind für die Lehrkraft eine Herausforderung innerhalb der Lerngruppe.
Inhalte werden nicht nur verstanden, sondern körperlich umgesetzt (ästhetisches Lernen).
Unterschiedliche Herkunftssprachen erschweren die gemeinsame Kommunikation.
Soziale Interaktion: die Kinder reagieren aufeinander, helfen sich, nutzen andere Sprachen zur Hilfe.
Unsicherheiten bei uns: Inwiefern verstehen die Kinder z.B. die Aufgabe?
Die kleine Gruppe ermöglichte individuelle Förderung.
Zeit- und Rahmenbedingungen: nur ein Unterrichtsblock von 6 Stunden.
Jedes Kind kann einbezogen werden - in der kleinen Gemeinschaft traut sich jedes Kind mehr als vor einer größeren Gruppe.
Peer-Learning: die Kinder unterstützen sich gegenseitig.
Die Gemeinschaft wirkte sehr familiär und vertraut.
Mehrsprachigkeit wird als Ressource genutzt und wertgeschätzt.
Die Unterrichtsgestaltung kann flexibel angepasst werden (z.B. am Energielevel der Kinder).
Reflexion
Die Kinder waren offen und neugierig gegenüber den Aufgaben.
Arbeitsaufträge noch klarer strukturieren und in kleine Teilschritte gliedern.
Es herrschte eine wertschätzende und entspannte Lernatmosphäre.
Mehr Zeit für das Ankommen und die Einführung einplanen.
Die Materialien waren motivierend und leicht zugänglich.
Den Einsatz von Bildmaterial und Symbolen erweitern.
Nonverbale Kommunikation (Gestik, Mimik, Vormachen) unterstützte das Verständnis.
Mehr Möglichkeiten zum Austausch zwischen den Kindern schaffen.
Die Kinder trauten sich, Fragen zu stellen und Hilfe anzunehmen.
Unterschiedliche Schwierigkeitsstufen anbieten, um allen Lernständen gerecht zu werden.
Die kleine Lerngruppe ermöglichte eine intensive individuelle Begleitung.
Mehr Wiederholungen einbauen, damit neue Wörter und Abläufe besser gefestigt werden.
Die Kinder konnten eigene Ideen und Erfahrungen einbringen.
Bei Bedarf digitale Übersetzungshilfen gezielter einsetzen.
Die kulturelle und sprachliche Vielfalt wurde positiv aufgegriffen.
Noch stärker auf individuelle Sprachstände eingehen und Hilfen flexibel anpassen.
Aktive Bewegungs- und Entspannungspausen gezielt einbauen, um Konzentration und Aufmerksamkeit zu erhalten.
Impulsfragen
Zum Mitdenken & Diskutieren:
Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede fallen euch zwischen den beiden Bilderbüchern auf?
Wie wird Mehrsprachigkeit in den beiden Unterrichtseinheiten berücksichtigt?